Themenkreis * Bittersüße Schokolade. Kinderarbeit im Kakaoanbau 

Kat.: Alle Kategorien




  Home

 

 

13. Jun. 2017

Bittersüße Schokolade. Kinderarbeit im Kakaoanbau

GLOBAL 2000 und Südwind fordern ein Ende der Kinderarbeit und bieten KonsumentInnen mit dem Schokolade-Check 2017 Orientierung beim Einkauf

Reife Kakao-Schoten

Wien - Anlässlich des internationalen Aktionstags gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordern die Menschenrechtsorganisation Südwind und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die Abschaffung der Kinderarbeit im Kakaoanbau. Sie appellieren an Supermärkte ihre Eigenmarken-Schokoladen auf Bio und FAIRTRADE umzustellen, um die Ausbeutung von Kindern einzudämmen. Als Orientierungshilfe für KonsumentInnen veröffentlicht GLOBAL 2000 und Südwind einen Schokoladen-Check. Ein Ampelsystem informiert über die ökologische und soziale Qualität von 24 Eigenmarken-Schokoladen.

Zwei Millionen Kinder

Der Großteil (43 %) der weltweit produzierten Schokolade wird in Europa konsumiert. 8,5 kg Schokolade isst durchschnittlich jede/jeder ÖsterreicherIn pro Jahr. Der Großteil der Kakaobohnen (73 %) kommt wiederum aus Afrika. Laut einem Bericht der Tulane Universität, USA (2015) arbeiten allein in der Elfenbeinküste und in Ghana mehr als zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. „Das Schleppen von bis zu 50 kg schweren Säcken verursacht bei Kindern schwere Rückenschmerzen und mitunter Leistenbrüche. Die Verletzungsgefahr durch die gefährlichen Erntegeräte, wie Macheten ist besonders bei Kindern groß. Der massive Einsatz von Pestiziden lässt die Gesichter der Kinder aufquellen“, beschreibt Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind die negativen Auswirkungen für Kinder.

Schokoladen-Check 2017

„Um Kinderarbeit auszuschließen und ein faires Einkommen für Bäuerinnen und Bauern sicherzustellen, sollten Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf ihrer Schokolade auf das FAIRTRADE-Siegel achten", empfiehlt Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind. 24 Eigenmarken-Schokoladen von österreichischen Supermärkten wurden von Südwind und GLOBAL 2000 nach ihrer ökologischen und sozialen Qualität bewertet. Testsieger wurden die Schokoladentafeln „Natur*pur Bio-Heumilch-Schokolade“ und „free from Bio-Vollmilch-Schokolade“ beide von Spar.

In 17 getesteten Schokoladentafeln konnten Pestizide nachgewiesen werden – bis zu sieben verschiedene in einer Tafel. Die festgestellten Mengen in den Tafeln bergen jedoch keine direkten Gesundheitsrisiken für die KonsumentInnen. Einige der Chemikalien (wie z. B. Chlorpyrifos und Cypermethrin) sind allerdings hormonell wirksam und entfalten ihre Wirkung auch bei kleinsten Mengen. „Wer sich, die Umwelt und die Menschen vor schädlichen Pestiziden schützen will, sollte zu Schokolade mit dem Bio-Siegel greifen", sagt Martin Wildenberg von GLOBAL 2000.

Abschaffung der Kinderarbeit bis 2020

Bereits 2001 haben sich alle großen Schokolade-Unternehmen mit dem Harkin-Engel-Protokoll auf die Abschaffung der Kinderarbeit im Kakaoanbau geeinigt. Zwischen 2008 und 2014 ist jedoch die Anzahl der Kinder, die im Kakaoanbau tätig sind, weiter gestiegen, so das Ergebnis der Untersuchungen der Tulane Universität. Die Frist für die Umsetzung des Harkin-Engel-Protokoll läuft 2020 endgültig aus. „Die Unternehmen müssen jetzt handeln. Eine bessere Zukunft für zwei Millionen Kinder muss endlich Realität werden“, fordert Stefan Grasgruber-Kerl.

Hintergrundinformationen:
 
Den Schokoladen-Check 2017 finden Sie im Downloadbereich weiter unten
 
Broschüre „Bittersüße Schokolade“:
https://www.suedwind.at/fileadmin/user_upload/suedwind/50_Handeln/Downloadsliste_handeln/supply_change/Broschuere_BittersuesseSchokolade.pdf
 
Broschüre „Kinderarbeit. Die bittere Seite der Schokolade“:
https://www.suedwind.at/fileadmin/user_upload/suedwind/50_Handeln/Downloadsliste_handeln/supply_change/Broschuere_Kinderarbeit_DiebittereSeitederSchokolade_web.pdf
 
Studie der Tulane-Universität zum Download: http://www.childlaborcocoa.org/
 
Bericht „Bittersüße Schokolade. Hinter den Kulissen der internationalen Schokoladeindustrie”:
https://www.suedwind.at/fileadmin/user_upload/suedwind/50_Handeln/Downloadsliste_handeln/supply_change/Kakao/kakaobericht_kurz_dt_web.pdf

Stellungnahmen Stellungnahmen zum Schokoladen-Check 2017 von Unternehmen:
https://www.suedwind.at/index.php?id=1465

Download: Schokoladen-Check 2017

Global 2000

 

1 .... 9    10
Wien - 17. Februar 2016
 

WWF: Rupprechter zeigt beim Wolf erschreckende Unkenntnis der Rechtslage

Schutzbestimmungen können nicht durch die Alpenkonvention ausgehebelt werden

Wien - 16. Februar 2016
 

Ärztekammer empört über "politisch motivierte Kündigung" von Gernot Rainer

"Asklepios-Gründer soll offensichtlich mundtot gemacht werden" - Ärztekammer sichert rechtliche Unterstützung zu

Wien - 16. Februar 2016
 

Unangebrachter Wolf-Sager des österreichischen Umweltministers

Andrä Rupprechter muss Aufforderung zum Rechtsbruch zurücknehmen

 
Vancouver/Wien - 02. Februar 2016
 

Historisches Schutzabkommen für Kanadas Küstenregenwald

Finaler Erfolg nach fast 20 Jahren Kampagne für Great-Bear-Regenwald

Anzeige

Neu: Jul./Aug.-Heft Bewusst Sein

Buchvorstellungen:
Die besorgte Katze - Erotische Intelligenz - Mediales HypnoCoaching - Bionische Regeneration - Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein

Buchauszug:
Weisheit - Die ureigene Mitte finden
von Christiane Northrup
 

www.bewusst-sein.net

Wien - 28. Januar 2016
 

Registrierkassenpflicht: Willkürakt und Umweltbedenklichkeit

 
Bonn - 26. Januar 2016
 

Meeresspiegel steigt doppelt so schnell wie gedacht

Wasser kann sich nicht ausdehnen - Gefahr von Sturmfluten erhöht sich

Hamburg/Wien - 21. Januar 2016
 

Windstrom-Alternative kostet sieben Milliarden Euro weniger als Hinkley Point C

Greenpeace Energy Studie zeigt kostengünstigen Weg für Stromproduktion

Wien - 12. November 2015
 

Wiener Quantenphysiker weisen "spukhafte Fernwirkung" nach

Internationaler Forscherteam gelang Nachweis der Quantenverschränkung in bisher ungeahnter Genauigkeit

 
1 .... 9    10

© 2017 by Themenkreis und der jeweiligen Aussender. Alle Rechte vorbehalten.

  RSS-Feed     Impressum & Disclaimer