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2. Nov. 2018

Klassische Musik immer schneller gespielt

Spiellänge hat sich in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 30 Prozent verkürzt

Santa Monica - Klassische Musikaufführungen haben heute ein erheblich höheres Tempo als noch vor 50 Jahren. Eine neue Erhebung von Universal Music http://universalmusic.com hat ergeben, dass einige Stücke heute fast 30 Prozent schneller als noch vor einem halben Jahrhundert aufgeführt werden.

Helle Klänge gemocht

In der Studie haben die Forscher drei Aufnahmen von Bachs berühmtem Doppel-Violinkonzert untersucht. Die früheste Aufnahme von David Oistrakh und Igor Oistrakh stammt aus dem Jahr 1961 und dauert 17 Minuten. Eine spätere Aufnahme von 1978 dauerte bereits nur noch etwas mehr als 15 Minuten, während die aktuellste Aufnahme von 2016 nur zwölf Minuten währt. Das sind fast fünf Minuten weniger (eine Minute pro Jahrzehnt), was einer Reduktion um fast 30 Prozent entspricht.

"Wir scheinen nun einen transparenten, hellen Klang zu bevorzugen. Es ist eine grundlegende Geschmacksänderung vom eher gewichtigen Konzertstil der vergangenen Jahre hin zu etwas mehr Leichtigkeit, Luftigkeit und Flexibilität", erklärt Musikwissenschaftler Sir Nicholas Kenyon. Dieser Performance-Trend würde mit den schnelleren Tempi moderner Musik einhergehen, da die Aufmerksamkeit des Publikums schwächer werde und Streaming insbesondere Künstler und Songwriter dazu dränge, sich jeder Sekunde stärker bewusst zu werden.

Fehlerhaftes Metronom

Eine Studie der Ohio State University hat bereits gezeigt, dass Intros für Pop-Hits in den 1980er-Jahren im Schnitt mehr als 20 Sekunden lang waren. Heutzutage sind sie nur etwa fünf Sekunden lang und die Songtitel wesentlich kürzer als früher - oft nur ein einziges Wort. "Popmusik folgt der Entwicklung der Gesellschaft im Allgemeinen: Alles geht schneller", betont auch der schwedische Musikproduzent und Songwriter Max Martin, der bereits Hits für Britney Spears, Backstreet Boys und Katy Perry geschrieben hat.
 

Pressetext Redaktion

 

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