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Kat.: Politik/Chronik




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27. Okt. 2022

Luftverschmutzung erhöht Risiko für Demenz

Pro einem Mikrogramm pro Kubikmeter mehr Feinstaub steigt Wahrscheinlichkeit um drei Prozent

London - Eine höhere Belastung mit Feinstaub durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung steht mit einem erhöhten Risiko einer Demenz in Verbindung, wie eine Meta-Analyse unter der Leitung der Western University zeigt. Die Forscher haben konkret Feinstaub PM2.5 untersucht, der aus Schmutzpartikeln mit weniger als 2,5 Mikrons im Durchmesser besteht. Für die Analyse sind alle verfügbaren Studien zu Luftverschmutzung und dem Demenzrisiko ausgewertet worden. Die U.S. Environmental Protection Agency sieht eine durchschnittliche jährliche Belastung bis zu zwölf Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) als sicher an. Laut den Forschern steigt das Demenzrisiko um drei Prozent pro einem µg/m3 Zunahme der Belastung mit Feinstaub.

Ein Problem der Demografie

Da Menschen immer länger leben, werden laut dem leitenden Wissenschaftler Ehsan Abolhasani auch Erkrankungen wie Demenz häufiger. "Da eine Studie der Weltgesundheitsorganisation gezeigt hat, dass mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung in Regionen mit einer Luftverschmutzung leben, die höher als die empfohlenen Werte ist, liefern unsere Forschungsergebnisse weitere Belege für die Durchführung von Bestimmungen für die Luftqualität und die Beschleunigung der Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien."

Für die Meta-Analyse haben die Forscher 17 Studien ausgewertet. Die Teilnehmer waren über 40 Jahre alt. Insgesamt haben an den Studien mehr als 91 Mio. Menschen teilgenommen. Von dieser Personengruppe erkrankten mit 5,5 Mio. Menschen, also sechs Prozent, an einer Demenz. Die Studien wurden um mehrere Faktoren, die das Demenzrisiko einer Person beeinflussen - wie Alter, Geschlecht, Rauchen und Bildung - bereinigt. Die Wissenschaftler verglichen das Ausmaß der Belastung mit Luftverschmutzung bei Personen mit und ohne Demenz. Menschen, die nicht erkrankten, verfügten über eine geringere tägliche Belastung mit Feinstaub als Luftschadstoff.

Meta-Analyse belegt Konnex

Laut Abolhasani beweist die Meta-Analyse nicht, dass Luftverschmutzung eine Demenz verursacht. Sie zeige nur einen Zusammenhang. Die Forscher haben auch Stickoxide untersucht, die für Smog, Stickoxid und Ozonbelastung verantwortlich sind. Hier konnte kein signifikant erhöhtes Risiko festgestellt werden, als diese anderen Klassen von Schadstoffen allein berücksichtigt wurden. Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass nur eine kleine Zahl von Studien zu diesem spezifischen Thema zur Verfügung stand. Weitere Untersuchungen seien nötig. Details wurden in "Neurology" veröffentlicht.

Pressetext.Redaktion

 

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