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Kat.: Gesellschaft/Kultur




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8. Aug. 2017

VIER PFOTEN startet heikle Rettungsmission in Syrien

Erste Tiere aus einem Zoo nahe der Kriegsstadt Aleppo evakuiert

Aleppo/Syrien - VIER PFOTEN hat erneut eine riskante Rettungsaktion im Nahen Osten gestartet. Als erster Schritt wurden neun zurückgelassene Tiere gemeinsam mit Sicherheitsexperten aus dem Zoo des Vergnügungsparks „Magic World“ im Krisengebiet um Aleppo evakuiert. Trotz anhaltender Kämpfe in Syrien haben die Transportfahrzeuge mit den ausgehungerten und leidenden Tigern, Bären, Löwen und Hyänen die syrisch-türkische Grenze erreicht. Von dort traten die Tiere ihre Reise in ein Tierschutzzentrum in Karacabey nahe der Stadt Bursa an, wo sie vorläufig untergebracht und medizinisch betreut werden. Weitere Wildtiere befinden sich noch im verwüsteten Zoo und werden voraussichtlich in den kommenden Tagen im Grenzgebiet eintreffen.

Nach ihrem erfolgreichen Einsatz in Mossul, Irak vor drei Monaten hat VIER PFOTEN damit die nächste Mission in einem Kriegsgebiet begonnen. Im Fokus stehen mehrere Tiere, darunter drei Löwen (zwei Weibchen und ein Männchen), zwei Tiger (ein Weibchen und ein Männchen), zwei Asiatische Schwarzbären (ein Weibchen und ein Männchen) und zwei Hyänen (ein Weibchen und ein Männchen), aus einem verwahrlosten Zoo nahe Aleppo.

„Der anhaltende Krieg hat seine Spuren auch an den Tieren hinterlassen. Mangelnde Wasser- und Futterzufuhr sowie fehlende medizinische Betreuung haben sie seelisch und körperlich traumatisiert. Viele der Zootiere wurden durch Bombenangriffe getötet. Es gab kein Entkommen aus dieser tödlichen Falle für sie. Mit unserer Mission wollen wir zeigen, dass diese Tiere es auch verdient haben, von uns Menschen gesehen und gehört zu werden“, sagt der Leiter der Mission, VIER PFOTEN Tierarzt Dr. Amir Khalil. Für ihn war klar, dass sie den Zoo schnellstens verlassen müssen: „Der immer schlechter werdende Gesundheitszustand der Tiere macht uns große Sorgen. Außerdem können Wildtiere wie Bären und Großkatzen, die in desolaten Gehegen untergebracht sind, für Menschen schnell eine Gefahr darstellen.“

Zusammenarbeit mit erfahrenen Sicherheitsexperten vor Ort

Aufgrund von anhaltenden Kämpfen ist die Mission in Syrien extrem gefährlich. Erst in vergangenen Tagen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen rund um Aleppo, Idlib und Afrin. Deshalb entschied sich VIER PFOTEN mit internationalen Sicherheitsexperten, die in dieser Region sehr erfahren sind, zusammenzuarbeiten. Nach der Erlaubnis des Zoobesitzers, der vor fünf Jahren in die USA geflüchtet ist, betrat das Sicherheitsteam gemeinsam mit lokalen Tierärzten das Zoogelände. Die Tiere wurden in die angefertigten Käfige auf den Transportwägen verladen und an die syrisch-türkische Grenze gebracht. Dort wurden sie an das VIER PFOTEN Team übergeben. „Die Sicherheit der Menschen vor Ort, unseres Teams und auch die der Tiere steht an erster Stelle. Deshalb vertrauen wir auf die Expertise von internationalen Sicherheitsberatern. Wir sind froh, dass die ersten Tiere heil aus dem Zoo geholt und in ein sichereres Gebiet gebracht wurden“, so Dr. Khalil. Weitere Tiere befinden sich nach wie vor in dem verwüsteten Vergnügungspark „Magic World“. Abhängig davon, wie sich die schwierige Lage um Aleppo entwickelt, werden die restlichen Tiere voraussichtlich in den nächsten Tagen an der Grenze eintreffen.

Eine bessere Zukunft für die noch namenlosen Tiere

Die ersten geretteten Tiere sind alle extrem erschöpft und dehydriert. Viele haben kleine Wunden, aber keine gröberen Verletzungen. Das VIER PFOTEN Team hat die Tiere mit Wasser versorgt, und sie sind am Weg der Besserung. Unterstützt von türkischen Tierschützern begannen die Tiere ihre Reise in ein Tierschutzzentrum in Karacabey nahe der Stadt Bursa. Dort werden sie, sobald auch die restlichen Tiere eingetroffen sind, von dem VIER PFOTEN Team untersucht und medizinisch betreut. Sofern es ihr Gesundheitszustand zulässt, werden die ehemaligen Zoobewohner in ein neues und adäquates Zuhause gebracht. Wo genau dieses sein wird, hängt von dem Zustand der Tiere ab. Dr. Amir Khalil, der bereits 2016 einen ganzen Zoo in Gaza evakuierte und vor kurzem einen Löwen und einen Bären aus einem Zoo in Mossul rettete, dazu: „VIER PFOTEN hat mit seinen eigenen Tierschutzzentren, unter anderem in Jordanien, Südafrika und den Niederlanden, einige sehr gute Optionen. Zuerst müssen wir aber die gesundheitliche Entwicklung der geretteten Tiere beobachten. Dann können wir entscheiden, welcher Platz der Richtige ist.“

Finanzielle Hilfe von einem amerikanischen Großspender
 
Unterstützt wird die herausfordernde VIER PFOTEN Rettungsaktion durch eine Großspende des US-Amerikaners Eric Margolis. Der Journalist und Geschäftsmann setzt sich bereits seit Jahrzehnten aktiv für den Tierschutz ein. „Krieg trifft die Unschuldigsten immer am härtesten: Kinder, Frauen, Familien und Tiere. Die Zoobewohner hatten keine Möglichkeit aus ihren kargen Käfigen zu flüchten. Sie waren tagtäglich von explodierende Bomben und Schussgeräuschen umgeben. Das Überleben der Tiere hängt von dieser Rettungsmission ab“, erklärt Margolis.

VIER PFOTEN hat eine Spendenseite eingerichtet, über die Tierfreunde mit einer Spende ebenfalls dazu beitragen können, den Tieren aus Aleppo eine bessere Zukunft zu bieten:
https://vier-pfoten-at.sicher-helfen.org/vpf/em201708/

VIER PFOTEN

 

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