Themenkreis * Künstliche Intelligenz ist schlecht fürs Lernen 

Kat.: Politik/Chronik

 

3. Mar. 2026

Künstliche Intelligenz ist schlecht fürs Lernen

Mühsam erkämpfte Erfolge sind laut Untersuchung der University of Toronto deutlich nachhaltiger

Toronto - Künstliche Intelligenz (KI) erleichtert intellektuelle Arbeit und soziale Interaktion, doch das kann laut Forschern der University of Toronto negative psychologische Folgen haben. In einem Beitrag in "Communications Psychology" argumentieren die Autoren, dass die größte Stärke der KI, nämlich die Beseitigung von Problemen bei der Arbeit und in Beziehungen, gleichzeitig auch eine Schwäche ist.

Wichtige Prozesse geschwächt

Anstrengung und die Überwindung von Schwierigkeiten spielen eine entscheidende Rolle beim Lernen, bei der Motivation und bei menschlichen Erfahrungen. Durch die Beseitigung dieser Faktoren könnte die KI diese wesentlichen Prozesse schwächen und den Erfolg beeinträchtigen. "Die größte Stärke der KI ist ihre Fähigkeit, schwierige Aufgaben mühelos zu erledigen", so Forscherin Emily Zohar in ihrer Analyse.

Aber Anstrengung sei nicht nur eine Belastung, sondern auch das, was Menschen beim Erlernen von Fähigkeiten helfe und einen Sinn im Leben zu finden. "Indem sie Anstrengung aus dem Leben entfernt und das Ergebnis über den Prozess stellt, droht KI die Kämpfe, aus denen wir lernen, und die Einsamkeit, die uns verbindet, zu beenden und die Arbeit, die das Leben sinnvoll macht, zu entwerten", meint die Expertin.

Verständnis sowie Fähigkeiten

Früher gelangen technologische Fortschritte nur durch Überwindung von teilweise großen Hindernissen, was das Know-how der Entwickler bereicherte. Jetzt löst KI viele dieser Probleme. Psychologische Untersuchungen zeigen, dass mühsames Arbeiten den Lernerfolg verbessert und das Gedächtnis stärkt. Wenn Menschen sich mit Aufgaben wie Schreiben, Problemlösen oder kreativem Denken auseinandersetzen, entwickeln sie ein tieferes Verständnis und größere Fähigkeiten.

KI-Systeme, so die Forscher, können sofort ausgefeilte Ergebnisse liefern und damit möglicherweise die kognitiven Prozesse umgehen, die das Lernen unterstützen. "Wenn KI die Lösung schwieriger Aufgaben übernimmt, verlieren wir vielleicht die Möglichkeit, Kompetenz und Selbstvertrauen aufzubauen", ergänzt Paul Bloom von der Yale University.

Anstrengung trage dazu bei, dass Erfolge als persönlich und bedeutsam empfunden würden. "Menschen neigen dazu, Ergebnisse mehr zu schätzen, wenn sie hart dafür gearbeitet haben", so Bloom weiter. Wer einen Berg zu Fuß erklommen habe, sei darauf stolz, nicht jedoch, wenn er den Sessellift genommen habe.

Die Forscher haben auch die Rolle der KI als Quelle emotionaler Unterstützung und als Mittel gegen Einsamkeit untersucht. Das könne kontraproduktiv sein, denn Einsamkeit erfülle einen wichtigen Zweck. Sie motiviere Menschen dazu, soziale Kontakte zu suchen. "Einsamkeit kann uns ermutigen, auf andere zuzugehen und in Beziehungen zu investieren. Wenn KI dieses Signal beseitigt, kann das die Motivation verringern, menschliche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen", so Zohar.

pressetext

 

1    2 .... 6
Amsterdam - 09. September 2024
 

Deutsche Behörden fragen stark User-Daten ab

Neuer Bericht von Surfshark zeigt Anfragen zu 709.400 Nutzerkonten zwischen 2013 und 2022

Hongkong - 04. Juni 2024
 

Glaube an Forschung und Religion abgeschaut

Beeinflussung durch andere Menschen häufig wichtiger als wissenschaftlich fundierte Beweisführung

Ann Arbor - 10. Mai 2024
 

Immer mehr US-Bürger verzichten auf News

Fakten und Fake News laut der University of Michigan immer schwerer voneinander unterscheidbar

 
Wien - 30. Mai 2023
 

Neuer WWF-Bodenreport: Österreich wird weiter verbaut

Bodenverbrauch in diesem Jahrtausend bei über 100 Quadratmetern pro Minute

Wien - 03. März 2023
 

Intakte Natur als Verbündete gegen Klimakrise

WWF und Jugendnetzwerk Generation Earth fordern mehr Naturschutz für den Kampf gegen die Klimakrise

Wien - 23. Februar 2023
 

Expertenstreit um Wachstumsbegriff

Vorschau auf Europäische Toleranzgespräche - Grenzen noch lange nicht erreicht

 
Wien - 03. Februar 2023
 

Klimawandel gefährdet Wasserversorgung

9.500 hydrologische Einzugsgebiete untersucht

Kyiv/Wien - 24. August 2022
 

Greenpeace-Messungen in Tschornobyl: Radioaktivität überschreitet Grenzwerte bis um das Vierfache

Bewertungen der UN-Atomenergiebehörde müssen überprüft werden

Wien - 24. August 2022
 

Nur 14 Prozent Recyclinganteil bei Plastikprodukten in Österreich

Verbindliches UN-Abkommen gegen Plastikverschmutzung unerlässlich

 
Wien - 06. Juli 2022
 

WWF zur Taxonomie-Entscheidung: „Herber Rückschlag für EU-Klimapolitik“

Umweltschutzorganisation prüft Klage – „Dieses Gesetz ist legalisiertes Greenwashing“

Wien - 05. Mai 2022
 

Aktuelle Volksbegehren in Österreich

Eintragungswoche vom 2. bis 9. Mai 2022

Köln - 29. April 2022
 

Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz

28 Intellektuelle und KünstlerInnen schreiben einen Offenen Brief an Kanzler Scholz.

 
1    2 .... 6

© 2026 by Themenkreis und der jeweiligen Aussender. Alle Rechte vorbehalten.

  RSS-Feed     Impressum & Disclaimer