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19. Dez. 2025

Lärm: Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gesundheitliche Effekte durch Lärmexposition bereits bei niedrigen Belastungen ab 50 dB

DGP - Die Ergebnisse eines Umbrella-Reviews mit Metaanalyse zeigen, dass Lärmbelastung mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit, ischämische Herzkrankheit sowie Schlaganfälle verbunden ist. Auch Blutdruckstörungen und EKG-Auffälligkeiten treten bei Menschen unter Lärmbelastung häufiger auf. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit eine bedeutende Gesundheitsbelastung. Bekannte Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse weisen jedoch darauf hin, dass auch Umweltlärm einen erheblichen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben kann.

Zusammenhang zwischen Lärmbelastung und kardiovaskulären Erkrankungen?

Zur Klärung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Lärmbelastung und Herz-Kreislauf-Erkankungen wurde eine Auswertung relevanter Metaanalysen nach definierten Kriterien durchgeführt. Unter Einhaltung der PRISMA-Richtlinien wurde eine umfassende Literatursuche in PubMed, Scopus und Web of Science bis zum 8. Mai 2025 realisiert.

Umbrella-Review mit Metaanalyse über 20 Metaanalysen

Die Auswertung von 20 Studien ergab, dass Lärmbelastung mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck (Relatives Risiko, RR: 1,81; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,51 – 2,18), Vorhofflimmern (RR: 1,05; 95 % KI: 1,02 – 1,09), koronare Herzkrankheit (RR: 1,08; 95 % KI: 1,04 – 1,13) sowie der ischämischen Herzkrankheit (RR: 1,06; 95 % KI: 1,03 – 1,09) pro 10 Dezibel (dB) Zunahme verbunden ist. Erste Effekte traten bereits bei niedrigeren Lärmbelastungen ab 50 dB auf. Kein signifikanter Zusammenhang zeigte sich hingegen für Herzinfarkte (RR: 1,02; 95 % KI: 1,00 – 1,05), die Sterblichkeit an ischämischer Herzkrankheit (RR: 1,03; 95 % KI: 0,99 – 1,08) oder die kardiovaskuläre Gesamtsterblichkeit (RR: 1,01; 95 % KI: 0,98 – 1,05). Es wurde ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle (RR: 1,04; 95 % KI: 1,00 – 1,08) und Schlaganfall-Sterblichkeit (RR: 1,05; 95 % KI: 0,97 – 1,14) beobachtet. Blutdruckstörungen (RR: 2,55; 95 % KI: 1,94 – 3,36) und EKG-Auffälligkeiten (RR: 2,27; 95 % KI: 1,96 – 2,62) traten bei Menschen unter Lärmbelastung mehr als doppelt so oft auf.

Doppelt so häufig Blutdruckprobleme und EKG-Auffälligkeiten

Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit legen nahe, dass Lärmbelastung ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Die konsistenten Effektstärken unterstreichen laut der Studienautoren die Dringlichkeit, Umweltlärm als ernsthaften Risikofaktor für die Herz-Kreislauf-Gesundheit anzuerkennen. Angesichts der zunehmenden Lärmbelastung durch Verstädterung und Industrialisierung halten die Autoren das Verständnis dieses Zusammenhangs für die öffentliche Gesundheit und zukünftige Forschung für sehr bedeutsam.

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