Themenkreis * Musiktherapie in der Demenzbehandlung 

Kat.: Gesellschaft/Kultur

 

5. Okt. 2026

Musiktherapie in der Demenzbehandlung

Untersuchung von kognitiven Funktionen, Depression, Angst, Verhalten und Lebensqualität

DGP - Aktuelle Forschungsdaten zeigen in einem systematischen Reviews mit Metaanalyse, dass Musiktherapie die kognitive Funktion sowie Depression und Angst bei Menschen mit Demenz verbessern kann. Allerdings ist ein bestimmter Behandlungsumfang erforderlich, um Verbesserungen zu erreichen.
Demenzerkrankungen führen zu einem fortschreitenden Verlust kognitiver Fähigkeiten sowie zu Verhaltens- und psychischen Symptomen, was weltweit eine stark wachsende Zahl betroffener Menschen und eine erhebliche Belastung für Angehörige und Pflegekräfte bedeutet. Musiktherapie ist leicht in den Pflegealltag integrierbar, gut akzeptiert und potenziell wirksam hinsichtlich depressiver Symptome, Kognition und Lebensqualität, obwohl die Evidenz teilweise widersprüchlich ist.

Musiktherapie: Wirksam bei Demenz im Vergleich zu Standardbehandlung?

Das Ziel des vorliegenden systematischen Reviews mit Metaanalyse war es daher, die Wirkung von Musiktherapie auf kognitive Funktion, Depression, Angst, Verhalten und Lebensqualität bei Menschen mit Demenz zu evaluieren. Aus 5 medizin-wissenschaftlichen Datenbanken, darunter PubMed, Web of Science und Embase, wurden geeignete Studien bis zum 23.04.2023 extrahiert. Eingeschlossen wurden ausschließlich randomisierte kontrollierte Studien, die Musiktherapie mit Standardversorgung hinsichtlich der Effekte auf kognitive Funktion, Depressionsniveau, Angstniveau, Verhalten und Lebensqualität von Menschen mit Demenz verglichen.

Systematischer Review mit Metaanalyse von 24 randomisiert-kontrollierten Studien

Insgesamt erfüllten 24 randomisiert-kontrollierte Studien die Einschlusskriterien. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten Studienteilnehmer, die Musiktherapie erhielten, eine bessere kognitive Funktion (Mittelwertdifferenz, MD: 0,53; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,24 – 0,82; I2 = 55 %; p < 0,001) erreichten. Sekundär zeigten sich niedrigere Werte für Depression und Angst. Eine Metaregressionsanalyse ergab, dass die Gesamtdauer der Musiktherapie, die Gesamtzahl der Sitzungen, die wöchentliche Frequenz, die Expositionszeit sowie die Länge der einzelnen Sitzungen mit Verbesserungen der kognitiven Funktion assoziiert waren. Für Verhalten und Lebensqualität zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen Teilnehmer mit Musiktherapie und Kontrollen.

Mindestumfang der Therapie für Behandlungserfolg entscheidend

Musiktherapie kann demnach die kognitiven Funktionen von Menschen mit Demenz verbessern, sofern die Intervention mindestens 12 Wochen umfasst, mindestens 16 Sitzungen beinhaltet und eine Gesamtdauer von mindestens 8 Stunden erreicht, so das Fazit der Metaanalyse. Die Autoren betonen, dass die Musiktherapie nicht nur kurz ausprobiert werden sollte, sondern nur über längere Zeit durchgeführt Effekte zeigt.

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