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Kat.: Konsumentenschutz/tipps

 

10. Dez. 2025

Weniger fliegen bringt mehr als grüner Strom

Laut MIT-Analyse tun Unternehmen gut daran, Maßnahmen auf ihre echte Effektivität zu prüfen

Cambridge - Unternehmen und andere Organisationen, die sich einen grünen Anstrich geben, entlasten die Umwelt und das Klima auf höchst unterschiedliche Art. Nutzen sie erneuerbare Energien, helfen sie vor allem dem eigenen Umfeld. Bei der Reduktion von Flugreisen hat das einen positiven Einfluss auf viele Regionen der Erde, aber nur minimale für die eigenen Umwelt. Zu dem Schluss kommen Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Fliegen dreimal schädlicher

Die Experten haben einen vielschichtigen Modellierungsansatz verwendet, um die Auswirkungen jeder Maßnahme auf die Luftqualität zu quantifizieren. So schädigen Flugreisen die Atmosphäre etwa dreimal so stark wie die Nutzung fossiler Energieträger bei der gleichen Menge an CO2-Emissionen, betonen die Wissenschaftler. Umgekehrt sei das Zurückfahren von Flugreisen weitaus klimaschonender als der Umstieg auf erneuerbare Energien.

Die Studie zeigt, dass die Auswirkungen auf die Luftqualität räumlich stark variieren, da jede Dekarbonisierungsmaßnahme die Umweltverschmutzung in unterschiedlichem Maße beeinflusst. Der Energieverbrauch hat unmittelbaren Einfluss auf die Luftqualität in der Region, während die Auswirkungen des Flugverkehrs weltweit zu spüren sind. Das liegt laut Studie daran, dass die damit verbundenen Schadstoffe in höheren Lagen ausgestoßen werden, sich also über weite Gebiete verteilen.

"Aus klimatischer Sicht hat CO2 globale Auswirkungen, da es sich in der Atmosphäre verteilt, unabhängig davon, wo es ausgestoßen wird. Die Auswirkungen auf die Luftqualität werden jedoch von Co-Schadstoffen bestimmt, die lokal wirken, sodass es sehr wohl eine Rolle spielt, wo diese Emissionen auftreten", sagt MIT-Doktorand Yuang Chen. So würden bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe neben CO2 auch Stickoxide und Schwefeldioxid frei, was letztlich auch Ozon verursache.

Nicht alles wirkt gleich schnell

Verschiedene fossile Brennstoffe verursachen unterschiedliche Mengen an Begleitstoffemissionen. Darüber hinaus beeinflussen lokale Faktoren wie das Wetter die Bildung von Smog und Feinstaub. Die Auswirkungen dieser Schadstoffe hängen auch von der lokalen Bevölkerungsverteilung und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab, betonen die MIT-Fachleute.

"Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass alle Strategien zur CO2-Reduzierung gleichwertige kurzfristige Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit haben. Man muss alle anderen Emissionen berücksichtigen, die mit diesem CO2 einhergehen", sagt Noelle Selin, Professorin am MIT Institute for Data, Systems, and Society und am Department of Earth, Atmospheric and Planetary Sciences.

Am Ende haben die Forscher die Auswirkungen auf die Luftqualität monetarisiert. Die gesellschaftlichen Kosten belaufen sich demnach auf etwa 170 Dollar pro Tonne CO2 (ausgedrückt in Dollar von 2015), was den finanziellen Kosten der durch den Klimawandel verursachten Schäden entspricht. Bei der Nutzung von fossilem Strom kommen noch 88 Dollar pro Tonne dazu, bei Flugreisen sind es 265 Dollar.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass es für Unternehmen, die Netto-Null-Emissionen erreichen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit fördern wollen, sehr wichtig ist, welche Maßnahme sie zuerst ergreifen sollten", so Chen. Der MIT-Modellierungsansatz quantifiziere die Auswirkungen jeder Maßnahme auf die Luftqualität.

Pressetext.Redaktion

 

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